Über zwanzig Jahre sind seit der Wiedervereinigung vergangen. Die DDR hat in Ostdeutschland eine weitgehend entkirchlichte Gesellschaft hinterlassen: alles, was sie abschaffen wollte, kam wieder – das Privatkapital, der Markt, die Demokratie – nur eines nicht: das Christentum als gesellschaftlich bestimmende Größe. Wie reagiert die Kirche auf diese Situation? Welche Impulse setzt sie?

Das kann man zufälligerweise für beide großen christlichen Kirchen in der Lutherstadt Eisleben betrachten, also an dem Ort, an dem Martin Luther zugleich geboren und gestorben ist:
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat in der Kirche, in der der Reformator getauft wurde, ein „Zentrum Taufe“ eingerichtet. Sie will damit das Thema Taufe für das gesamte evangelische Christentum in Deutschland akzentuieren.
Ebenfalls in Eisleben befindet sich das Kloster Helfta. Im 13. Jahrhundert war es für etwa fünfzig Jahre Zentrum einer Blüte weiblicher Mystik. Dafür stehen die drei Namen Mechthild von Magdeburg, Gertrud von Helfta und Mechthild von Hackeborn. Schon bald danach ist das Kloster zu einem Gut umgewidmet worden. Auch in DDR-Zeiten war es noch landwirtschaftlich genutzt. Nach der Wende aber hat man an die mittelalterliche Tradition angeknüpft und die Reste der Klostergebäude zu einem beeindruckenden Gesamtensemble restauriert. Eine Gemeinschaft von zwölf Zisterzienserinnen hat sich angesiedelt, eine Bildungsstätte ist gebaut worden. Das Ganze will spirituelles Zentrum sein für eine Landschaft, die sich nicht mehr flächendeckend kirchlich versorgen lässt.
Das wollen wir uns anschauen, aber nicht allein, sondern gemeinsam mit einer Gruppe der katholischen St. Hildegard-Gemeinde und ihrem Pfarrer Volker Kupka.
Wir fahren vom Sonnabend, 27. Oktober, bis Mittwoch 31. Oktober und übernachten im neuen Gästehaus des Klosters Helfta in einfachen, aber ordentlichen Zimmern mit WC und Dusche und Frühstück im benachbarten Hotel. Einen Bus haben wir bei uns. In Helfta werden wir von einer der Nonnen geführt werden. Das Zentrum Taufe lassen wir uns von der verantwortlichen Projektpastorin erläutern. Auch für andere Zielpunkte der Lutherstadt Eisleben, namentlich das Geburts- und das dann frisch renovierte Sterbehaus werden professionelle Führer zur Verfügung stehen. Natürlich bleibt auch Zeit zum Bummeln durch die hübsche Kleinstadt oder zum Lustwandeln in der ruhigen Klosteranlage.
Kosten incl. Anreise, Übernachtung mit Frühstück und Führungen:
im Doppelzimmer: 320 €, im Einzelzimmer: 290 €.
Anmeldung bis zum 17. August 2012 in unseren Gemeindebüros.